Tag 3 + 4

Die beiden Tage fasse ich mal zusammen da  hier in den beiden Tagen nicht sehr viel passiert ist. 

Ich bin etwas runter gekommen, gut bis vorhin ging es mir etwas besser als jetzt gerade. Den heutigen Tag habe ich fast nur im Bett verbracht weil hier nichts los war/ist. 

Die Station ist wie ausgestorben, im Gegensatz zu meinem letzten Aufenthalt hier. Gerade werde ich wieder einmal von meinen Ängsten überrannt. Ängste die ich gestern gut im Griff hatte… 

Hab mir etwas zur Beruhigung geben lassen, ob es etwas hilft und ob das der richtige Weg ist bleibt abzuwarten. Aber was soll ich anderes tun?! 

Mich meinen Ängsten schutzlos ausliefern? Gerade habe ich seit langer Zeit mal wieder geweint. Ich habe Angst, Angst vor allem möglichen, vor den einfachsten Dingen. 

Ich frage mich wie andere Menschen so scheinbar leichtfertig mit allem umgehen können. So locker durch das Leben laufen, gut nach außen hin wirke ich auch locker jedoch ist das alles Fassade. 

Eine Fassade die gerade einmal mehr gebröckelt ist. 

Das einzig produktive das ich heute getan hab war meine Leinwand fertig zu malen und mit meiner Verlobten zu Face timen. Letzteres gab mir sehr viel Kraft und Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Sie versteht mich. Danke das du da bist und das es dich gibt, trotz all der Strapazen die kamen und noch kommen werden. 

Wir schaffen das, wir müssen nur daran glauben! 

Der 2. Tag


Es geht weiter mit standart, einmal vorstellen in der morgenrunde, einmal Urin abgeben, einmal blutentnahme und zweimal EKG am heutigen Tag. 

Trotz mehrmaliger Nachfrage hielt ich hier immer noch keinen Therapieplan in der Hand, oder wollen sie mich in den Wahnsinn treiben und behaupten ich hätte schon einen bekommen? Nein! Definitiv kein Therapieplan. 

Nun was fang ich dann mit einem Tag an von dem ich nichtmal nen klinikplan erhalten habe? Gut das vorne groß und fett oberarztvisite auf einer weißen Tafel steht. Wie ich feststellen sollte, sollte dies nicht das einzige Highlight an diesem Tag bleiben. Yuhhhhu! 

Es ging weiter mit kulinarischen Hochgenüssen aus der industriellen Convenience Küche. Mhhh. Sehr lecker gerade als gelernter Koch kommt da sehr große Freude auf aber „ohne mampf kein Kampf!“ Moment welcher Kampf?! 

Naja irgendwas wird wohl an diesem Tag noch passieren also begebe ich mich mal auf therapieplansuche, einmal vor an die Kanzel ( jetzt beim 4. mal sollte es ja mal funktionieren ) und der „netten“ Schwester gesagt das ich immer noch keinen Therapieplan habe. Sie wühlt kurz, wird dann fündig, kurzer Blick zu mir, sie fragt: 

„Sie schneiden auch?“ dabei macht sie eine total übertriebene schneidbewegung auf ihren Arm. Ich entgegne ihr, „ja das hab ich in letzter Zeit mal wieder getan.“ Zack und schon streicht sie mir die borderlingruppe rot auf dem Zettel an… 

Na gut wenn sie meint tagesaufgabe erledigt! 

Der restliche Tag bestand aus einer musiktherapie eigentlich ein Gruppen Angebot da jedoch niemand kam hatte ich eine einzelstunde in der ich ein bisschen Gitarre spielen übte. 

Sonst noch bisschen malen im offenen Atelier und das war es dann auch schon mit .Therapie am heutigen Tag. 

Der restliche Tag verlief etwas sehr depressiv, etwas zu depressiv für meinen Geschmack. Also machte ich mich wieder auf den Weg zu der Schwester die ich nicht mag, aber was blieb mir auch anderes übrig. Mit wenig Verständnis für meine Situation gab man mir schließlich mein bedarfsmedikament. Kling Kling wieder ein säftchen mehr das man bei der Krankenkasse absetzen kann. Hier ist wohl die Devise zudröhnen statt behandeln. 

Aber gut genug zu diesem Thema das Highlight ich spreche hier gerade vom absoluten Highlight an diesem Tag! 

Ich habe mit meiner Verlobten telefoniert wir hatten uns jetzt ein paar Tage nicht gehört und dieses Gespräch war einfach nur überragend. Ich hoffe nicht nur für mich sondern auch für sie. 

Jetzt liege ich hier in meinem Krankenhausbett schreib meinen Blog fertig und werde jetzt wohl schlafen gehen. 

Gute Nacht ihr Lieben, normalen und halbwegsnormalen Leute. 

Der 1. Tag


Ja das Klapsenkind ist wiedermal in der Klapse… bisher ist hier nicht viel passiert. 
Gestern Abend als ich hier eingeliefert wurde ist mir direkt das erste altbekannte Gesicht direkt am Eingang aufgefallen. K hat mich natürlich sofort erkannt obwohl unsere gemeinsame letzte Therapie schon über 2 Jahre her ist… 
weiter ging es direkt an der Aufnahme, ich wurde mit den netten Worten „ach Herr Schmitt an ihrer Adresse hat sich nichts geändert oder?“ begrüßt. Was für ein Empfang! 
Danach das übliche Arzt Gespräch, Routine fragen mein Bogen vom letzten Aufenthalt der noch gar nicht so lange her ist lag gleich anbei. Dieser wurde durchgearbeitet ein paar Standard fragen, das selbe Prozedere wie eh und je – wie langweilig, die könnten sich für „stammpatienten“ auch mal etwas Neues einfallen lassen. Es mag vielleicht so rüber kommen als wäre ich stolz darauf so oft hier zu sein, das bin ich jedoch keineswegs! 
Ein „normales“ Leben führen das wäre mal was… gerade in der aktuellen Situation ich habe eine wunderbare Verlobte die alles für mich ist. Ich denke hier sehr oft an sie, sie ist nebenbei bemerkt zur Zeit selbst auf Therapie. Dieser Abstand setzt mir sehr zu, mehr als ich es jemals zugeben würde… 
wir sind zwar erst seit 3 Monaten zusammen doch es ist so als wäre ein ganz großer und wichtiger Teil auf einmal weg… das gleich für mehrere Wochen… 
es ist zwar hart aber ich hoffe das wir das überstehen und daran wachsen werden. 
Sie hat nur sehr schlechten Empfang was die Kommunikation zwischen uns sehr schwer macht. Da ich ein kleines paranoides Kind bin schießen mir oft die lächerlichsten Gedanken durch den Kopf, aber ich weiß ich kann ihr Vertrauen! 
Jetzt geht es gleich zur blutdruckkontrolle und dann wird es ein „hervorragendes“ Abendessen geben, naja hervorragend mit ganz viel Phantasie, aber da ich ja sowieso in der Klapse bin kann ich mir ja ein paar schöne Illusionen schaffen!
Bis morgen. 😉 

Wie es mir geht…

Ich weiß ich habe mich lange hier nicht gemeldet… 

Aber mein Zustand ist in letzter Zeit wohl nicht so toll… 

ich werde mich wohl heute wieder in stationäre Behandlung begeben, dies ist auch längst überfällig! 

Ich werde versuchen jeden Tag das erlebte hier zu schreiben und das so zu verarbeiten. Ich hoffe ich finde die nötige Motivation, Ausdauer und so weiter um diesen Blog mal vernünftig zu führen ohne ein „halbes“ Jahr Unterbrechung zwischen meinen Beiträgen zu haben. 

Wünscht mir das beste ihr werdet Morghäääään von mir hören. 

Bis dann! 

Kindheit Schulzeit…!

Ja die Schule, welch ein toller und liebevoller Ort für einen sonderbaren Jungen wie ich es war…

Ich war schon immer mehr so der Einzelgänger, während andere draußen tobten und ihren Spaß hatten saß ich meist zuhause las irgendwelche Bücher oder hing vor dem Computer und spielte Videospiele.

Also wenn meine Mutter nicht vergessen hatte mal das Wohnzimmer abzuschließen, dies hatte ich euch ja in meinem letzten Eintrag etwas näher erläutert.

Man könnte also sagen meine Angst vor sozialen Kontakten begann schon in frühester Kindheit. Diese Angst beherrscht mich seit heute…

Ich habe ständig Verlustängste, weil alles und jeder der in mein Leben gekommen ist nach einiger Zeit mich wieder verlassen hat. Ein sehr prägendes Erlebnis hatte ich mit meiner Mutter, als sie einen Tag vor meinen 12. Geburtstag zu ihrem Typen gefahren ist und mich mit meiner 9 Jährigen Schwester allein zu Hause gelassen hat. Am nächsten Tag hatte sie mir ein Handy gekauft. Natürlich lindert das bei einem 12 Jährigen das den Schmerz. Heute ist dieser emotionale Schmerz wohl nicht mehr gut zu machen.

Mein Vater hatte uns damals wenn er einmal alle 4 Wochen sich für uns interessiert hat uns mit Geschenken überschüttet um sich unsere „Liebe“ zu erkaufen. Ein Plan der von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. So kam es eines Tages das ich mal nicht mit zu meinem Erzeuger wollte er reagierte extrem zornig und hat versucht mich mit zu ziehen…

Ihr merkt vielleicht das ich kaum häusliche Gewalt erfahren habe, jedoch ist eine Emotionale Verletzung meist schlimmer und reicht viel tiefer als all der körperliche Schmerz den ein Mensch ertragen kann.

Meine Lehrerin hatte mal zu meiner Mutter gesagt das ihr aufgefallen sei das ich immer unterschiedliche Phasen hatte, mal war ich der fleißige Schüler und mal nur stiller Teilhaber dem alles egal war…

Hatte meine Lehrerin damals vielleicht den Beginn meiner „Störung“ erkannt nur hat es damals niemand wahr genommen?

Hätte all dies so nie passieren müssen und ich könnte jetzt ein „normales“ Leben führen?

Unsinnig über diese Fragen nach zu denken aber sie sind halt existent, auch wenn ich darauf wohl nie eine Antwort bekommen werde…

See YoU SooN!

Meine Kindheit – Der Anfang vom Ende

Da sitze ich also nun bei Herrn R. und weiß nicht so recht wo ich beginnen soll…

Abgesehen von meiner akuten Situation in der ich mich gerade befinde, auf diese werde ich noch weiter eingehen, beginne ich ihn aus meiner Vergangenheit zu erzählen…

… Das erste woran ich mich als Kind erinnern kann sind ein paar wenig schöne Erinnerungen.

Geboren, natürlich erinnere ich mich nicht an meine Geburt, bin ich in Schweinfurt. Ich weiß das ich um 20:45 das Licht der Welt erblickt habe. Ich wollte wohl Fußball schauen, ist heute ja eine ganz beliebte Anstoßzeit. Aber ich merke wie ich schon wieder vom eigentlichen Thema ablenken will also dann mal wieder back to Topic.

Ich fange mal mit ein paar schönen Erinnerungen an um meine Leser nicht gleich zu verschrecken und um ein positives und heiles Anfangsbild zu erschaffen das ich dann später auf brutale Weiße wieder einreißen werde, nur als kleine Vorwarnung!

Ich erinnere mich daran das ich zu der Musik von „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“ immer eingeschlafen bin, was für ein Sinnbild meines Lebens.

Ich habe jeden Tag mindestens einmal den Film König der Löwen gesehen, wenn ich nicht durfte? Fragt lieber nicht! Einmal wollte ich diesen Film in meinem Zimmer nachspielen also bin ich wie der Löwe im Film auf den Schrank (Baum) geklettert, weil ich mir vorstellte unter mir rennt gerade eine Herde Hyänen durch das Tal.

Dummerweiße war der Schrank nirgends befestigt also stürzte ich, mit Schrank zu Boden. Muss ein Höllenlärm gewesen sein zumindest war es so laut das meine Eltern hoch ins Zimmer kamen und mich fragten was ich denn gemacht hätte. Ich hab nur trocken geantwortert das ich König der Löwen gespielt hätte, die Hyänen aber schneller gewesen seien.

So genug von positiven Erinnerungen, ja es gibt noch ein paar, Jedoch überwiegen leider die negativen Erinnerungen an meine Kindheit.

Ich habe auch eine Schwester die 3 Jahre jünger als ich ist. Wir hatten oder haben nicht das beste Verhältnis, dies stört mich jedoch auch nicht weiter, Leben und Leben lassen!

Als ich nun also 5 Jahre alt war trennten sich meine Eltern, meine Schwester war 3. So nun beginnt also die tragische Lebensgeschichte, oder wie ich es nenne den Anfang vom Ende…

Mein Vater hatte sich selbstständig gemacht, hätte ich zu diesem Zeitpunkt gewusst was das später einmal für mich bedeutet wäre ich am liebsten ganz weit weg gerannt, oder hätte die Geschichte meines Lebens so verändert das ich erst gar nicht zu diesem Punkt kommen würde. Aber wie ihr merkt schiebe ich gerne Sachen auf und werde auf diesen Punkt später eingehen.

Das Hauptproblem meiner Kindheit war das hin und her geschiebe zwischen den beiden Elternteilen und die finanzielle Belastung meiner Mutter. Mein Vater war nicht gerade ein Held wenn es darum ging Unterhalt oder sonstiges zu zahlen, also ging meine Mutter arbeiten und ich war nach der Schule allein mit meiner Schwester zu Hause und musste neben all dem Blödsinn den man als Kind treibt den Haushalt mehr oder weniger schmeißen.

Netterweiße hatte meine Mutter auch teilweise das Wohnzimmer zugeschlossen das wir nicht den ganzen Tag vor dem Tv kleben und uns „sinnvoll“ beschäftigen. Dies ging jedoch nicht immer ganz so gut aus.

Das Problem meiner Kindheit war also fehlende Emphatie, fehlende Liebe, fehlender Zusammenhalt und so weiter… Diese Liste ließe sich endlos mit seelischen Grausamkeiten vorführen. Wahrscheinlich denkt ihr jetzt was hat der Typ den für ein Problem, ist doch alles halb so schlimm es gibt andere die haben es viel schlimmer erwischt als er. Dies ist mir auch vollkommen bewusst nur empfindet man angesichts seinen Umständen andere Sachen als schlimm!

Diese fehlenden Dinge haben sich halt eingeprägt und mir heute mein Leben erschwert ich kann mit Emotionen nicht umgehen und weiß oft nicht wie ich Dinge einzuordnen habe. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.

Danke für diese tolle Erziehung oder sollte ich sagen der Beginn meiner Störung?!

 

See YoU SooN!

Meine Maske

Im Laufe der Zeit wurde ich immer besser darin zu verschleiern wie es mir wirklich geht.

Ich habe viel erlebt im Leben angefangen von der Trennung meiner Eltern bis hin zur Selbstständigkeit und ein paar Psychiatrischen Aufenthalten, in denen mir durch andere Patienten besser geholfen wurde, als von irgendwelchen Therapeuten die sich meist nur selbst gern reden hören. Aber zurück zum Topic.

Kennt ihr das wenn ihr gefragt werdet wie es euch geht?

Ich komme mir bei dieser Frage immer total dumm vor da ich oft selbst nicht weiß, wie es mir denn gerade geht. In mir ist oft so eine total emotionale Leere, vielen Dank Sertralin!

Ich fühle mich abgesumpft und ausgelaugt, wie eine leere Hülle. Ich baue mir oft eine Fassade auf. Es scheint alles in Ordnung zu sein, mir geht es super…

Unter dieser Maske allerdings ist sehr viel sehr weit weg gedrängt, was genau werdet ihr in nächster Zeit erfahren. Es fällt mir allerdings ein bisschen schwer überhaupt irgendeinen Anfang zu finden womit ich denn überhaupt beginnen soll.

Ich denke das ist wie bei einem Psychologoen, nur das der Gegenpart nicht direkt oder gar nicht antwortet. Da kommt mir direkt mein aller erstes Psychologen Gespräch in den Sinn.

Das genaue Datum kann ich euch nicht nennen es war Juni 2014 während meines ersten Psychiatrie Aufenthaltes in Lohr am Main. Neun Wochen war ich dort „eingesperrt“. Es war mein erster Aufenthalt in einer Psychiatrischen Klinik, Klapse hört sich immer so böße an…

Da saß ich also bei Herrn R., da ich keine Erfahrung mit Psychologen hatte, fragte ich was ich ihm genau erzählen solle, er sagte nur sie können mir erzählen was ich wolle. Ich gebe zu das mich die Situation ein wenig überfordert hatte, aber dann fing ich einfach an zu erzählen, so wie ich jetzt darüber schreiben werde…

 

… To Be Continued!

See YoU SooN!